Cartajima

Circa 18 Kilometer von Ronda entfernt und nur knapp 22 km² groß mit etwas über 200 Einwohner liegt das schöne ländliche Dorf Cartajima auf 850 Meter Höhe. Etwas kühl bei einer durchschnittlichen Jahrestemperatur von 14 Grad Celsius fällt im Jahr 1.300 l/m² Niederschlag. Im gesamten Gebirgszug von Ronda ist Cartajima das höchstgelegene Dorf. Die Sierra del Oreganal, auch bekannt als „Riscos de Gartajima“ hat sehr viele visuelle Eindrücke und liegt im Norden der Ortschaft. Allerdings sollte man eine Tour dorthin nur in Begleitung eines Einheimischen machen. Dieser zeigt auch gerne die interessanten Ecken und die Höhlen in der Gegend. Bewaldet ist das Gelände im Süden von Cartajima. Zu finden sind dort Steineichen, Korkeichen und Kastanien.

Geschichtlich erfasst sind nur Anzeichen aus der Zeit der Mauren. Laut Erzählungen und einer Chronik gab es Dorfbewohner in der Zeit der phönizisch-hellenischen Zeit und es wurden Gräber von menschlichen Resten und einige Münzen gefunden. Während des 19. Jahrhunderts verlieh Ferdinand VII im Jahr 1814 dem Ort die Stadtrechte. Durch die Nutzung der Eisenerzminen brachte der Stadt einen bemerkenswerten wirtschaftlichen Aufschwung. In Cartajima wurden zu der Zeit Kanonen hergestellt, und das förderte die Wirtschaft so, dass der Ort den Beinamen „Kleines Cadiz“ erhielt.

Außer der beeindruckenden Lage der Ortschaft, ist die Nuestra Senora del Rosario Pfarrkirche das einzige nennenswerte Bauwerk aus dem 16. Jahrhundert. Damals war es eine Pfarrkirche aus drei Schiffen, doch nach sehr vielen Umbauten im 20. Jahrhundert, ist nur noch ein Schiff vorhanden. Dies ist das des Evangeliums und das Taufbecken ist ebenso erhalten. Einige Statuen aus dem 17. und 18. Jahrhundert sind im Inneren der Kirche zu sehen. Die Statue der Virgen del Rosario befindet sich in einer zentralen Gebetskapelle. Bei der Konstruktion der Geschichte der Ortschaft helfen die archäologischen Funde von den mittelalterlichen Siedlungen Casapalma und Cartabon. Die Reste einer mittelalterlichen Burg kann man außerhalb von Cartajima besichtigen. Auch die römischen Thermen von Canada de Harife sind dort zu finden wie die alten Grabstätten im Cortijo del Raton.

Traditionell und typisch in Cartajima ist die Karwoche. Diese Tage sind unbedingt ein Besuch wert. Ostersamstag sucht man auf den Feldern Pinienz- und Pappelzweige sowie Lorbeerblätter. Mit dem Fund wird eine „Nische“ in der Calle Capitän Cortes vorbereitet. Die Figur vom Jesuskind wir hinein gelegt. Ostersonntag geht eine Gruppe zum Rio Genal und sucht eine junge Pappel, die auch dort aufgestellt wird und  an die der Judas aufgehängt wird. Mit dem Glockenklang am Ostersonntag beginnt die Prozession mit der Figur der Virgen del Rosario, die dort das Jesuskind abholt. Sie wird mit einem Tanz begrüßt. Sobald beide Figuren gehen, wird der Judas verbrannt. Beendet wird das Ritual mit einem Gottesdienst. Drei Tage dauern die Festlichkeiten zu Ehren der Schutzpatronin Virgen del Rosario an. Jeden Abend finden Tanzfeste und Theateraufführungen statt. Auch Wettbewerbe für Kinder stehen mit auf dem Tagesprogramm. Zu Ehren des Jesuskindes findet am 2. Mai eine Wallfahrt statt. Alle Bewohner gehen an einen Ort, der als „Haza Romero“ bekannt ist und verbringen den Tag auf dem Land und am Abend findet im Dorf ein Tanzfest statt.

In der Gastronomie findet man verschiedene Varianten von Eintöpfen und das geschmorte Kaninchen. Gerichte für das ganze Jahr. Wie in der Provinz Malaga typisch sind es die gebackenen Pilze und das „Olla“. Durch den Reichtum an Kastanienbäumen in der Gegend wurde als Nachspeise die „Cocina de castanas“ entworfen. Kastanien, Zucker, Anis, Kaffee und Zimt gehören mit zu den Zutaten. Beliebt sind auch das Kranzgebäck aus dem Ofen und der im Ort hergestellte Mostwein.

Carratraca

Carratraca ist ein sehr kleiner Ort mit nur knapp über 900 Einwohnern und es ist auch nur 21 km² groß bzw. klein. Das Dörfchen liegt circa 56 Kilometer von Ronda entfernt und man kann es von Malaga über die A-357 ohne Abbiegen erreichen. Ein sichtbares Schild weist auf den Ort hin. Die Ortschaft liegt auf 540 Meter Höhe und hat nur einen jährlichen Niederschlag von 450 l/m² und die Temperatur liegt im Schnitt bei 16 Grad Celsius. Carratraca bietet ein Tourismusbüro an, in dem sich Besucher umfassend informieren können. Man ist in Carratraca sehr gastfreundlich und es sind alle willkommen.

Wie im Großteil von Grenzgemeinden, lassen sich in der Landschaft Eigenarten feststellen. Hier findet man die Anfänge der Naturlandschaft von Ronda und Antequera aber auch die des Guadalhorce-Tal. Das Gelände der Sierra de Alcaparain ist steil und in den Bergen von Banos y Aguas sanft geformt. Den Untergrund passt sich demzufolge auch die Vegetation an. Zu finden sind hier gutes Unterholz und Pinienwälder, die ausgesprochen dicht sind. Der Blick weiter herunter in die Täler, die von dem Las Canas durchflossen werden, zeigt die Getreidefelder und Olivenhaine. Die Obst- und Gemüseplantagen kann man logischerweise direkt am Flussbett finden, das eine sehr gute Bewässerung anbietet und selbstverständlich auch genutzt wird. Malerisch liegen die Häuser des Dorfes an den Hängen der Sierra Blanquilla. Direkt vom Ortskern aus hat man auch an vielen Plätzen einen wunderschönen Ausblick auf die Landschaft der Gemeinde.

Die Anzeichen einer sehr frühen menschlichen Besiedelung wurden in einer Erdgrube von 40 Meter Tiefe in der Sierra Alcaparain gefunden. Ein Grab aus der Neusteinzeit und einige Malereien konnten in dieser Grube sicher gestellt werden. Von den Römern fand man Keramiken und Münzen. Außerdem entdeckte man sprudelnde Quellen aus der Erde mit schwefelhaltigem Wasser und die Römer fanden schnell die heilenden Kräfte des Wassers heraus. Der Aufschwung von Carratraca fand aber im 19. Jahrhundert statt, bei der Erweiterung des Landgutes von einem Herrn Aguas Hediondas. Aus dieser Zeit stammen ein Kurbad und eine Kapelle. Die Kenntnisse über Kräfte des Wassers verbreiteten sich über die Grenzen der Gemeinde hinaus und der Zustrom an Menschen wurde immer größer. 1847 wurde aus dem Grund ein zweites Kurbad gebaut und 1856 fertig gestellt. Berühmte Persönlichkeiten wie Eugen de Montijo oder der englische Dichter Lord Bryon wie die wohlhabende Familie Heredia waren Gäste in dem Kurbad. Die Anwesenheit dieser Personen nutze man als Werbung für das Örtchen und sie ist bis heute ein Anziehungspunkt für den Tourismus. Bemerkenswert ist die Zahl 5.000. Diese Zahl an Personen besuchten gegen Ende des 19. Jahrhunderts jährlich zur Badesaison Carratraca. Zu dieser Zeit befanden sich auch zwei Kasinos und eine sehr eigenwillige Stierkampfarena in Carratraca. Der wirtschaftliche Aufschwung nahm auch dort seinen Lauf und die Bewohner vermieten sogar ihre Häuser an Gäste und Touristen und verbrachten selbst die Zeit, meist über Monate auf den Feldern.

Besuchen muss man auf jeden Fall die Nuestra Senora de la Salud Kirche. Bestehend aus drei Schiffen und mit einer Deckenkonstruktion aus Holz im Neomudejar-Stil werden die einzelnen Schiffe getrennt mit Rundbögen, aufgesetzt auf toskanischen Säulen. Im Innenhof des Kurbades befindet sich das Becken mit dem Heilwasser. Der Tempel um das Becken ist umrandet von toskanischen Säulen aus weiß gemaserten Marmor. Dieses Bildnis ist wohl auch das berühmteste und meistgekaufte Porträt auf einer Postkarte. Das Rathaus in Carratraca ließ man im Jahre 1885 im Neomudejar-Stil erbauen. Es war ursprünglich der Freizeitsitz von Dona Ttrinidad. Leider brach der Turm 1963 ein, er wurde aber 1991 wieder restauriert, wie das ganze Gebäude und der Gartenbereich. Die noch bestehende Stierkampfarena hat als Besonderheit keinen runden Grundriss, sondern besteht aus einem vieleckigen Bau. Des Weiteren ist die Struktur in den Felsen gehauen, ganz im Stile der Römer und Griechen.
Diese Bauart erzeugt bei der Passion Christi in der Karwoche, welche dort abgehalten wird, akustisch einen wunderbaren Klang. In Gedenken an die Schutzpatronin Virgen de la Salud existiert an den Wanderwegen hinter der Arena die Ruine der Kapelle von Dona Trinidad. Weitere Anziehungspunkte sind die Höhlen von El Duende, El Abrigo de Alcaparain sowie die Erdspalten Gorda und Murcietagos.

Das „jarrete a la Campera“ ist der beste kulinarische Vertreter in der Gegend und heißt übersetzt „die Keule auf bäuerliche Art“. Dazu gehört auch die „callos“ und das „chivo a la pastoril“ dies ist das Zicklein nach Art des Schäfers. Ein Kohlgericht und der Eintopf mit Bohnen reihen sich mit ein. Im Sommer sind der Pfannkuchen aus geriebenem Brot mit Öl Petersilie, Eiern und Knoblauch und auch die Kasslrolle mit Kartoffeln und Mandeln sehr beliebt. Die Mandeltorten, der Ölfladen und die Biskuitkuchen gelten als köstlichste Süßspeisen in Carratraca.

Canillas de Albaida

In circa 580 Meter Höhe finden wir im Landkreis Axarquia das Dörfchen Canillas de Albaida. Auf nur knapp 34 km² wohnen circa 900 Einwohner. Damit ist es recht kleines, aber ein sehr gemütliches Dorf, das zum Entspannen nur so einlädt. Canillas de Albaida liegt circa 50 Kilometer von Malaga entfernt, aber nur 2,5 Kilometer von Competa. Die letzt genannte Strecke bietet sich als guter Spaziergang an. Bei einem jährlichen Niederschlag von 670 l/m² und einer Durchschnittstemperatur von 17 Grad Celsius ist das Klima in Canillas de Albaida recht angenehm. Angesiedelt ist das Dorf auf einer Bergkuppe, die sichtlich heraus ragt. Die Häuser sind komplett in Weiß gehalten und der Straßenbau ist labyrinthartig gestaltet. Die Tatsache zeigt, dass die Mauren auch hier gewesen sind. Der Beiname des Dorfes „Albaida“ ist arabisch und bedeutet „Weiß“. Zum Norden hin geht das Gebiet bis zum Gipfel der Sierra Almijara, dort wo sich die Grenze zu der Provinz Granada befindet. Im Süden reicht das Gebiet bis zum Dorf Daimalos und dem Gebiet von Arenas. Die bedeutenden Berge von Chapa, Carneros und Albucaz werden in der Nähe des Dorfes angekündigt durch kleine Erhebungen der Secanillo und Cuevas. Die drei Berge haben Höhen von über 1.600 Meter und werden von Felsschluchten und Sturzbächen umgeben. Unterbrochen wird dies von einigen Pinienwäldern, die einen sehr schönen Übergang darstellen. Dort wo die Wasserfälle zu Bächen werden, kann man romantische Ecken finden und relaxen und entspannen. Solche wundervollen Orte findet man beispielsweise an den Bächen La Cueva, Ciguilias und Turvilla. Pappeln und Oleanderbüsche bedecken die Landschaft und sind eine sehr schöne Ergänzung zu den Gewässern. Zelten kann man wunderbar an dem Zusammenfluss von La Cueva und Turvilla. Dieser Platz wird sehr gerne angenommen. Der Bergrücken am südlichen Teil ist typisch von Axarquia. Dort findet man die Weinberge, Olivenhaine und auch Mandelbäume. Bewässerte Pflanzgebiete findet man im Tal, da dort reichlich Wasser vorhanden ist.

Die Gründung von Canillas de Albaida wird im 13. Jahrhundert vermutet. Ein perfekt dokumentiertes Ereignis kommt aus dem 16. Jahrhundert, als sich Canillas de Albaida den Aufstand der Morisken anschloss und die Schlacht verlor. Eine starke Neigung weist das Labyrinth der Straßen von Canillas de Albaida auf. Bei einem ausgiebigen Spaziergang durch den Ort muss man speziell auf die volkstümliche Architektur achten. Sie ist sehenswert und immer wieder Bilder ein Bild für das Urlaubsalbum wert. Bewundern kann man am Rathausplatz die Nuestra Senora de la Expectacion Kirche aus dem 16. Jahrhundert. Die Kirche macht einen massiven Eindruck und wurde auf einen quadratischen Grundriss erbaut. Mit drei Schiffen ausgestattet ist das größere nur mit einer Holzdeckenkonstruktion verkleidet. Erwähnenswert sind der sehr robuste Turm mit seinen zwei Baukörpern und der Chor, gehalten im Rokokostil. Ein schlichtes Gebäude ist die Kapelle Santa Ana, die sich im oberen Teil des Dorfes befindet. Sie hat ein Schiff und eine halbrunde Deckenkuppel. Auffallend sind die Nische und das Atrium mit den mächtigen Streben. Auf dem Weg nach Archez findet man die Kapelle des San Anton aus dem 17. Jahrhundert. Ebenfalls sehr schlicht mit einem Schiff und einer Holzkonstruktion erbaut.

San Anton wird Mitte Januar geehrt und der 24. Juni ist der Johannistag. Die erste Augustwoche ist für drei Tage dem Volksfest zu zuordnen. In der Zeit findet auch die Prozession zu Ehren der Virgen del Rosario statt, als Zusatz zu den typischen Veranstaltungen. Das Ende der Obsternte wird am 7. und am 8. September mit dem entfachen von Lagerfeuern auf den umliegenden Feldern gefeiert.

Im Sommer findet man in der Gastronomie von Canillas de Albaida die Knoblauch-Mandelsuppe und den Gazpacho. Als traditionelles Gericht in diesen Ort muss man den Eintopf mit Fenchel ansehen. Hergestellt in der Gegend wird ein ausgezeichneter Muskateller Wein. Diesen gibt es in allen Varianten, trocken, halbtrocken und auch sehr süß.

Canillas de Aceituno

Die „Canilleros“, so nennt man die Einwohner des kleinen Dorfes an der Costa del Sol, leben auf 42km² circa 17 Kilometer von Velez Malaga entfernt. Die Provinzhauptstadt liegt 51 Kilometer weit weg. Das Dorf befindet sich auf 650 Meter Höhe und hat circa 2.300 Einwohner. Nach Messungen kam man auf einen jährlichen Niederschlag von 670 l/m² und die Durchschnittstemperatur liegt bei 17 Grad Celsius. Im Rathaus Plaza Consitucion kann man sich Broschüren und Touristeninformationen einholen und bei Schwierigkeiten findet man hier schnell einen Ansprechpartner.

Das malerische Dorf liegt mitten in der Region Axarqiua und zeichnet sich durch beeindruckende Straßen aus, die labyrinthartig angelegt sind. Das liegt wohl auch daran, dass das Dorf an einem der Berghänge der Sierra Tejeda liegt. Das Gebiet erstreckt sich fast bis an den Gipfel des Pico de la Maroma, der circa. 2.065 Meter hoch ist. Daher rührt auch der Name „Dach von Malaga“ her, den man Canillas de Aceituno gab. Herrliche Panoramablicke kann man genießen, das wird einem bei der Ankunft im Dorf sofort auffallen. Die spektakuläre Landschaft wird durch das Gebirge geprägt. Die Pinienwälder auf der Nordseite werden von Felsformationen unterbrochen, die Nahe dem Gipfel liegen. Der Süden von Canillas de Aceituno ist mit sanften Hügeln bedeckt, die typisch für Axarqiua sind. Hier werden überwiegend Wein und Oliven angebaut. Im Wechsel dazu kann man dort auch Obstplantagen und Gemüsegärten sehen. Der Kontrast zwischen dem Wein, den Trauben, und das helle Obst sind auf jeden Fall einen Ausflug oder langen Spaziergang wert. Die Stelle, an der Canillas de Aceituno liegt, war im Mittelalter sehr vom Vorteil. Es gibt dort reichlich Wasser und man konnte dort eine sehr gute Verteidigung aufbauen oder auch einen Unterschlupf errichten. Da diese Gegend damals ein Durchgangsort von der Küste in das Innere des Landes war, geht man davon aus, dass auch hier die Römer und die Phönizier in Canillas de Aceituno waren. Den Ursprung des Dorfes kann man aber bei den Mauren finden. Diese waren damals für die labyrinthähnlichen Straßen sehr bekannt gewesen. Leider finden sich sonst keine weiteren Dokumente über Jahreszahlen oder Ähnliches. Bekannt ist aber, dass Canillas de Aceituno zum Königreich von Granada gehörte. Auch bekannt ist ein Aufstand aus dem 16. Jahrhundert, bei dem es um eine Frau von einem Morisken ging, der Al Muezzin hieß. Er tötete acht Christen und nachdem dies bekannt wurde, wurde eine gewisse Anzahl an Morisken in das Gefängnis gesperrt, gefoltert und das Hab und Gut weg genommen. Im Anschluss wurden alle Morisken aus dem Dorf vertrieben.

Die Straßen von Canillas de Aceituno sollte man am besten nicht alleine und vor allem nicht ohne Plan oder bestimmte Richtung durchgehen. Sie sind sehr verwinkelt und der Tourist kann sich recht schnell und einfach verlaufen und irrt durch die Gassen. Der obere Ortsteil bildet im Ganzen eine wunderschöne Aussicht auf den Landkreis Axarqiua und man kann sogar in der Ferne das Mittelmeer entdecken. Die Virgendel Rosario Pfarrkirche ist ein Besuch wert sowie auch die Pfarrkirche San Leon Magno. Eine im oberen Teil gelegene Kirche unterzog sich ab dem 16. Jahrhundert mehrere Umbauten und hat nun, wie fast bei allen Kirchen in der Gegend, drei Schiffe im Inneren. Diese Kirche wurde auf einer alten Moschee erbaut. Sie entstand, wie zu dieser Zeit normal, im klassischen Mudejar-Stil. Die Schiffe im Inneren sind mit einer Länge von circa 40 Metern unterteilt und die Deckenkonstruktion wurde mit Holz überdacht. Zwei barocke Gebetskapellen aus dem 18. Jahrhundert befinden sich in der Nähe. Die Pietät ist eine Heiligenstatue der Virgen de la Cabeza und ein Ölgemälde. Auffallend sind der quadratische Grundriss und ein zweiter Körper in achteckiger Form. Damals fand die Kontrolle von Produktion und Verkauf in der gesamten Gegend von Seidenraupen und Blätter des Maulbergbaumes im „Casa de los Diezmos“, oder auch „Casa de la Reina genannt, statt. Ein zierlicher Turm befindet sich an dem im Mudejar-Stil erbauten Gebäude. Durch das reichlich vorhandene Wasser in und um Canillas de Aceituno existieren sehr viele Wasserspeicher.

Am letzten Sonntag im April findet der „Tag der Blutwurst“ statt. Alle Gäste werden eingeladen, dieses zu kosten. Dazu wird üblicherweise Brot dazu gegessen und Wein angereicht. Alle Erzeugnisse stammen aus der Gegend. Das Volksfest findet in der zweiten Augustwoche statt und die Statue der Virgen de la Cabeza wird in einer Prozession durch die Straßen getragen. In der Gastronomie findet man das Zicklein aus dem Holzofen als traditionelles Gericht wieder. Auch beliebt sind die kalte Knoblauch-Mandelsuppe und die gerösteten Brotkrumen. Ein Eintopf aus Fenchel und eine Tomatensuppe findet man auch auf der Speisekarte von Canillas de Aceituno. An Süßspeisen sind der Ölfladen und die Gebäckkringel, beigegeben mit dem einheimischen Süßwein, sehr beliebt.

Campillos

Die Einwohner aus Campillos circa 8.550 an der Zahl nennt man Campilleros. Sie leben auf 188 km² in besinnlicher Ruhe. Antequera liegt westlich und ist circa 30 Kilometer entfernt, die Provinzhauptstadt Malaga ist nur 70 Kilometer entfernt ist. In Campillos fällt jährlich um die 510 l/m² Niederschlag und die durchschnittliche Temperatur von 15 Grad Celsius sorgt für ein angenehmes, warmes Klima. Die typische, spanische Landschaft wird durch eine kleine Höhe von nur 663 Metern unterbrochen und ist ansonsten recht flach auf einer weiten Ebene erstreckt. Die Erhöhung ist der Berg Barrancos, der etwas Abwechslung für das Auge bietet. Ansonsten gibt es keine bemerkenswerten landschaftlichen Blickfänge.

Bestens geeignet ist dieser Landstrich für den Anbau von Getreide und Olivenbäumen. Tatsächlich nimmt die Fläche mit den Anbauten auch den größten Teil der Gemeinde ein und ein weiterer Teil ist bedeckt mit Niederwald und Gestrüpp. Bereichert wird die Landschaft der Gemeinde durch die im Süden gelegenen Stauseen Guadaltebe und Guadalhorce. Die Stauseen bieten einen Kontrast zu der sonstigen Einöde. Eine naturgeschützte Fläche von 1.046 Hektar findet man in einer Lagunenlandschaft. Aufgrund der ökologischen Werte ist es ein Naturreservat, auch wenn die Gegend insgesamt sehr trocken ist.

Der Beweis von der ehemaligen Existenz mehrerer Städte wurde durch die Funde verschiedener Münzen aus der Römerzeit erbracht. Der Ursprung von Campillos wird auf das Jahr 1492 datiert, wo Menschen aus Teba und Osuna dies Dorf gründeten. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts musste der Ortskern durch das Bevölkerungswachstum erweitert werden. Von Costa del Sol kommt man mit dem Auto auf direktem Wege nach Campillos und von Antequera muss man auf die A-92 abbiegen und kommt so nach Campillos hinein. In der Stadt ist die Nuestra Senoira del Reposo das imposanteste undauffälligste Bauwerk. Der Barockstil dieser Kirche ist im gesamten Landkreis bekannt. Erbaut wurde die Kirche um 1506. Im 18. und im 19. Jahrhundert wurde sie umfassend restauriert und umgebaut. Innen findet man drei prunkvoll dekorierte Altäre unter drei Schiffen. Auf acht ionischen Säulen steht der Hauptaltar aus Pinienholz. Die Uhr am Glockenturm wurde von einem Karmelitermönch aus Antequera im Jahre 1631 geschaffen. Kunsthistorische Kapellen sind unter anderen die San Benito, Santa Ana sowie die San Sebastian Kappelle, die von Viehbauern finanziert wurde. Sehenswert sind die Fundstücke von Capacete. Dies ist eine römische Siedlung mit Thermen.

Zu den spannensten Veranstaltungen im ganzen Landkreis Antequera gehören die kulturellen Aktivitäten in Campillos. Bekannte Veranstaltungen, wie die Büchermesse oder der Wettbewerb von Musikkapellen, sind sehr angesehen. Die Büchermesse findet ununterbrochen, jährlich seit 150 Jahren schon statt. In der Theaterwoche Candilejas, in der zweiten Juliwoche, findet im Januar/Februar eine Vorankündigung in Form eines Theaterwettbewerbes statt. Auf Provinzebene ist die Karwoche in Campillos von großer Bedeutung geworden. Die Prozession in der Karwoche findet schon seit 1492 jährlich statt und fünf Bruderschaften gehen durch die Strassen und tragen zehn Throne am Palmsonntag und am Karfreitag. Die Straßen im Ort werden verdunkelt und am Karfreitag trifft man sich auf dem Plaza de Espana. Dies geschieht unter absolutem Schweigen. Man hört in der Zeit nur den Glockenklang für die Verstorbenen.

Mit aller Wahrscheinlichkeit sind die „porra Campillera“ und der „salmbrejo“ die typischen Gerichte in Campillos. Ersteres ist eine Gemüsecreme und das Zweite eine kalte Tomaten-Brotcreme mit hart gekochten Eiern. Dazu wird meist noch Schinken in Würfeln angereicht. Natürlich kommt der Schinken auch aus der Gegend. Qualitativ sehr ausgezeichnet sind die Erzeugnisse aus Schweinefleisch, welche man bei einem Besuch unbedingt kosten sollte. Darunter zählen unter anderen die Paprikawurst und der Schweinerücken in Schmalz, wie auch die Blutwurst und das köstliche Grillfleisch. Abgerundet werden die Angebote in Campillos durch die Süßspeisen Ölgebäck und die Madeleines. Verschiedene Eintöpfe in Campillos werden größtenteils mit Kichererbsen, Linsen oder Bohnen hergestellt.

Canete La Real

Sehr schön im Südosten des Landkreises von Antequera liegt auf einer Fläche von 164 km² das Dorf Canete La Real mit seinen circa 2.000 Einwohnern. Malaga ist circa 100 Kilometer entfernt und der Ortskern von Canete La Real liegt auf 750 Meter Höhe. Die Temperatur liegt im Schnitt bei 15,5 Grad Celsius und errechnet wurde ein Niederschlag von 600 l/m². Geprägt wir die Gemeinde durch den Verlauf des Flusses Guadal Teba, aber auch durch die letzten hügeligen Ebenen um Antequera herum. Dort ist die Anzahl von Getreidefeldern und Olivenhainen sehr hoch und diese wird durch den Ansatz der Gebirgslandschaft von Ronda abgelöst. Hier zeigen sich dann die Pinienwälder und die Eichenwälder sowie das Unterholz. Die Landschaft zeigt einen sehr guten Kontrast zwischen den blühenden und farbigen Feldern zu den Wäldern.

Den Ursprung des Dorfes findet man zu Zeiten der Iberer. Die Phönizier haben den Berg in der Nähe von Canete La Real, unweit der Getreidefelder „Sabora“ getauft. Dies bedeutet übersetzt Getreide. Die Dokumentation über die Römer in der Gemeinde ist besser archiviert und wurde durch archäologische Funde auch belegt. So ist bewiesen, dass das Dorf Canete La Real um 78 v. Chr. seine Lage änderte. Es stand vorher bei dem Berg Cerro de la Horce. Dies war aber zu weit von den Getreidefeldern weg und wurde aufgrund der Möglichkeit des schnelleren Transports des Getreides verlegt. Auch der Wind war mit einem Grund zu der Lageänderung, die schließlich der Kaiser Vespasianus bestimmte. Als Dank wurde ihm zu Ehren eine Statue errichtet und Münzen geprägt. Gefördert wurde in dieser Gegend sehr stark die Landwirtschaft, was dem Dorf auch den Beinamen „Real“ gegeben hat. Dies geschah durch den König Witizia. Auch später durch die Eroberung blieb der Beiname von Alfons XI bestehen. An einigen Stellen des Ortes sind noch die „canos“, die alten Wasserläufe sichtbar, von denen viele denken, dass der Name des Dorfes daher stammen könnte. Die Festung von Canete La Real ist weitestgehend zerstört, da es sehr viele Kriege der Christen und der Mauren um das Dorf herum gab. Dies passierte im 14. Jahrhundert. Aber sie wurde mit großer Sorgfalt wieder restauriert. Kunsthistorische Schätze kann man in Canete La Real finden und über 200 archäologische Funde aus verschiedenen Epochen des Zeitalters. Aus dem 15. bis in das 18. Jahrhundert findet man hier einige Bauwerke, wobei die Kirche die beeindruckendste ist. Die San Sebastian Pfarrkirche stammt aus dem 15. Jahrhundert und wurde im 18. Jahrhundert neu aufgebaut. Dies ist der Ort der Schutzheiligen Virgen de los Canosantos. Aufgeteilt ist die Pfarrkirche in drei Schiffe mit Halbkugeldecken. Der Turm ist aus rein natürlichen Materialien und hat unverputzte Ziegelsteine und ein mit Keramik bedecktes Dach. Der Barock wäre hervor zu heben. Zu dem kirchlich–architektonisches Erbgut zählt in Canete La Real auch das Kloster San Francisco aus dem 17. Jahrhundert. Dieses ist mit einem Kreuzgang mit der Kirche verbunden. Und dann gibt es noch das Kloster Sacramento aus dem 18. Jahrhundert. Einige zivile Bauten haben die alten Fassaden aus dem 17. Jahrhundert bei behalten. Diese Bauten sind immer ein paar Fotografien wert, wenn man das Alte und Traditionelle schätzt. Überreste von einigen Wehrtürmen kann man im Ortskern erkennen und die Burg wird immer wieder neu restauriert.

Die Feierlichkeit der Schutzpatronin Virgen del Canosantos findet in der Bevölkerung den größten Zuspruch. Dies Fest findet am dritten Sonntag im September statt. Einheimische und Besucher des Ortes dürfen zu diesem Zeitpunkt kostenlos die typischen Erzeugnisse der Gegend kosten. Selbstverständlich finden an diesen Tagen auch sportliche und vergnügliche Veranstaltungen statt, zu denen alle eingeladen sind. Anschließend wird das Fest durch das Blumenopfer und die Prozession beendet. Sehr wichtig für die Bevölkerung sind auch der Tag der Heiligen drei Könige und der Karneval. Im Mai oder im Juni findet eine Kulturwoche statt und einen Tag für die Jugend findet im Juli statt.

Das Fleischragout mit Zwiebeln gilt als traditionell in Canete La Realwie und wird mit Gemüsefüllung die „relleno de verdura“ genannt. Probieren muss man auch den Eintopf mit den wilden grünen Knoblauchsprossen. Erzeugnisse vom Schwein, wie Wurst und Schinken, werden das ganze Jahr über genossen. Deftig wird es in der Gastronomie im Winter. Dann findet man das klassische „olla „ (ein Eintopf) und Fleisch mit Bratfett auf den Tisch wider. Der Herbst wird durch Spargel und Pilze bestimmt, aber ohne Zweifel sind die kalte Tomatencreme und das Gazpacho die beliebtesten Speisen in Canete La Real. Dies wird sehr gerne im Sommer gegessen. Als Süßspeise gilt das „piononos“, ein Gebäck gefüllt mit Creme.