Circa 18 Kilometer von Ronda entfernt und nur knapp 22 km² groß mit etwas über 200 Einwohner liegt das schöne ländliche Dorf Cartajima auf 850 Meter Höhe. Etwas kühl bei einer durchschnittlichen Jahrestemperatur von 14 Grad Celsius fällt im Jahr 1.300 l/m² Niederschlag. Im gesamten Gebirgszug von Ronda ist Cartajima das höchstgelegene Dorf. Die Sierra del Oreganal, auch bekannt als „Riscos de Gartajima“ hat sehr viele visuelle Eindrücke und liegt im Norden der Ortschaft. Allerdings sollte man eine Tour dorthin nur in Begleitung eines Einheimischen machen. Dieser zeigt auch gerne die interessanten Ecken und die Höhlen in der Gegend. Bewaldet ist das Gelände im Süden von Cartajima. Zu finden sind dort Steineichen, Korkeichen und Kastanien.
Geschichtlich erfasst sind nur Anzeichen aus der Zeit der Mauren. Laut Erzählungen und einer Chronik gab es Dorfbewohner in der Zeit der phönizisch-hellenischen Zeit und es wurden Gräber von menschlichen Resten und einige Münzen gefunden. Während des 19. Jahrhunderts verlieh Ferdinand VII im Jahr 1814 dem Ort die Stadtrechte. Durch die Nutzung der Eisenerzminen brachte der Stadt einen bemerkenswerten wirtschaftlichen Aufschwung. In Cartajima wurden zu der Zeit Kanonen hergestellt, und das förderte die Wirtschaft so, dass der Ort den Beinamen „Kleines Cadiz“ erhielt.
Außer der beeindruckenden Lage der Ortschaft, ist die Nuestra Senora del Rosario Pfarrkirche das einzige nennenswerte Bauwerk aus dem 16. Jahrhundert. Damals war es eine Pfarrkirche aus drei Schiffen, doch nach sehr vielen Umbauten im 20. Jahrhundert, ist nur noch ein Schiff vorhanden. Dies ist das des Evangeliums und das Taufbecken ist ebenso erhalten. Einige Statuen aus dem 17. und 18. Jahrhundert sind im Inneren der Kirche zu sehen. Die Statue der Virgen del Rosario befindet sich in einer zentralen Gebetskapelle. Bei der Konstruktion der Geschichte der Ortschaft helfen die archäologischen Funde von den mittelalterlichen Siedlungen Casapalma und Cartabon. Die Reste einer mittelalterlichen Burg kann man außerhalb von Cartajima besichtigen. Auch die römischen Thermen von Canada de Harife sind dort zu finden wie die alten Grabstätten im Cortijo del Raton.
Traditionell und typisch in Cartajima ist die Karwoche. Diese Tage sind unbedingt ein Besuch wert. Ostersamstag sucht man auf den Feldern Pinienz- und Pappelzweige sowie Lorbeerblätter. Mit dem Fund wird eine „Nische“ in der Calle Capitän Cortes vorbereitet. Die Figur vom Jesuskind wir hinein gelegt. Ostersonntag geht eine Gruppe zum Rio Genal und sucht eine junge Pappel, die auch dort aufgestellt wird und an die der Judas aufgehängt wird. Mit dem Glockenklang am Ostersonntag beginnt die Prozession mit der Figur der Virgen del Rosario, die dort das Jesuskind abholt. Sie wird mit einem Tanz begrüßt. Sobald beide Figuren gehen, wird der Judas verbrannt. Beendet wird das Ritual mit einem Gottesdienst. Drei Tage dauern die Festlichkeiten zu Ehren der Schutzpatronin Virgen del Rosario an. Jeden Abend finden Tanzfeste und Theateraufführungen statt. Auch Wettbewerbe für Kinder stehen mit auf dem Tagesprogramm. Zu Ehren des Jesuskindes findet am 2. Mai eine Wallfahrt statt. Alle Bewohner gehen an einen Ort, der als „Haza Romero“ bekannt ist und verbringen den Tag auf dem Land und am Abend findet im Dorf ein Tanzfest statt.
In der Gastronomie findet man verschiedene Varianten von Eintöpfen und das geschmorte Kaninchen. Gerichte für das ganze Jahr. Wie in der Provinz Malaga typisch sind es die gebackenen Pilze und das „Olla“. Durch den Reichtum an Kastanienbäumen in der Gegend wurde als Nachspeise die „Cocina de castanas“ entworfen. Kastanien, Zucker, Anis, Kaffee und Zimt gehören mit zu den Zutaten. Beliebt sind auch das Kranzgebäck aus dem Ofen und der im Ort hergestellte Mostwein.
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Apr.10,2011
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