Canete La Real

Sehr schön im Südosten des Landkreises von Antequera liegt auf einer Fläche von 164 km² das Dorf Canete La Real mit seinen circa 2.000 Einwohnern. Malaga ist circa 100 Kilometer entfernt und der Ortskern von Canete La Real liegt auf 750 Meter Höhe. Die Temperatur liegt im Schnitt bei 15,5 Grad Celsius und errechnet wurde ein Niederschlag von 600 l/m². Geprägt wir die Gemeinde durch den Verlauf des Flusses Guadal Teba, aber auch durch die letzten hügeligen Ebenen um Antequera herum. Dort ist die Anzahl von Getreidefeldern und Olivenhainen sehr hoch und diese wird durch den Ansatz der Gebirgslandschaft von Ronda abgelöst. Hier zeigen sich dann die Pinienwälder und die Eichenwälder sowie das Unterholz. Die Landschaft zeigt einen sehr guten Kontrast zwischen den blühenden und farbigen Feldern zu den Wäldern.

Den Ursprung des Dorfes findet man zu Zeiten der Iberer. Die Phönizier haben den Berg in der Nähe von Canete La Real, unweit der Getreidefelder „Sabora“ getauft. Dies bedeutet übersetzt Getreide. Die Dokumentation über die Römer in der Gemeinde ist besser archiviert und wurde durch archäologische Funde auch belegt. So ist bewiesen, dass das Dorf Canete La Real um 78 v. Chr. seine Lage änderte. Es stand vorher bei dem Berg Cerro de la Horce. Dies war aber zu weit von den Getreidefeldern weg und wurde aufgrund der Möglichkeit des schnelleren Transports des Getreides verlegt. Auch der Wind war mit einem Grund zu der Lageänderung, die schließlich der Kaiser Vespasianus bestimmte. Als Dank wurde ihm zu Ehren eine Statue errichtet und Münzen geprägt. Gefördert wurde in dieser Gegend sehr stark die Landwirtschaft, was dem Dorf auch den Beinamen „Real“ gegeben hat. Dies geschah durch den König Witizia. Auch später durch die Eroberung blieb der Beiname von Alfons XI bestehen. An einigen Stellen des Ortes sind noch die „canos“, die alten Wasserläufe sichtbar, von denen viele denken, dass der Name des Dorfes daher stammen könnte. Die Festung von Canete La Real ist weitestgehend zerstört, da es sehr viele Kriege der Christen und der Mauren um das Dorf herum gab. Dies passierte im 14. Jahrhundert. Aber sie wurde mit großer Sorgfalt wieder restauriert. Kunsthistorische Schätze kann man in Canete La Real finden und über 200 archäologische Funde aus verschiedenen Epochen des Zeitalters. Aus dem 15. bis in das 18. Jahrhundert findet man hier einige Bauwerke, wobei die Kirche die beeindruckendste ist. Die San Sebastian Pfarrkirche stammt aus dem 15. Jahrhundert und wurde im 18. Jahrhundert neu aufgebaut. Dies ist der Ort der Schutzheiligen Virgen de los Canosantos. Aufgeteilt ist die Pfarrkirche in drei Schiffe mit Halbkugeldecken. Der Turm ist aus rein natürlichen Materialien und hat unverputzte Ziegelsteine und ein mit Keramik bedecktes Dach. Der Barock wäre hervor zu heben. Zu dem kirchlich–architektonisches Erbgut zählt in Canete La Real auch das Kloster San Francisco aus dem 17. Jahrhundert. Dieses ist mit einem Kreuzgang mit der Kirche verbunden. Und dann gibt es noch das Kloster Sacramento aus dem 18. Jahrhundert. Einige zivile Bauten haben die alten Fassaden aus dem 17. Jahrhundert bei behalten. Diese Bauten sind immer ein paar Fotografien wert, wenn man das Alte und Traditionelle schätzt. Überreste von einigen Wehrtürmen kann man im Ortskern erkennen und die Burg wird immer wieder neu restauriert.

Die Feierlichkeit der Schutzpatronin Virgen del Canosantos findet in der Bevölkerung den größten Zuspruch. Dies Fest findet am dritten Sonntag im September statt. Einheimische und Besucher des Ortes dürfen zu diesem Zeitpunkt kostenlos die typischen Erzeugnisse der Gegend kosten. Selbstverständlich finden an diesen Tagen auch sportliche und vergnügliche Veranstaltungen statt, zu denen alle eingeladen sind. Anschließend wird das Fest durch das Blumenopfer und die Prozession beendet. Sehr wichtig für die Bevölkerung sind auch der Tag der Heiligen drei Könige und der Karneval. Im Mai oder im Juni findet eine Kulturwoche statt und einen Tag für die Jugend findet im Juli statt.

Das Fleischragout mit Zwiebeln gilt als traditionell in Canete La Realwie und wird mit Gemüsefüllung die „relleno de verdura“ genannt. Probieren muss man auch den Eintopf mit den wilden grünen Knoblauchsprossen. Erzeugnisse vom Schwein, wie Wurst und Schinken, werden das ganze Jahr über genossen. Deftig wird es in der Gastronomie im Winter. Dann findet man das klassische „olla „ (ein Eintopf) und Fleisch mit Bratfett auf den Tisch wider. Der Herbst wird durch Spargel und Pilze bestimmt, aber ohne Zweifel sind die kalte Tomatencreme und das Gazpacho die beliebtesten Speisen in Canete La Real. Dies wird sehr gerne im Sommer gegessen. Als Süßspeise gilt das „piononos“, ein Gebäck gefüllt mit Creme.

 

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