Canillas de Aceituno

Die „Canilleros“, so nennt man die Einwohner des kleinen Dorfes an der Costa del Sol, leben auf 42km² circa 17 Kilometer von Velez Malaga entfernt. Die Provinzhauptstadt liegt 51 Kilometer weit weg. Das Dorf befindet sich auf 650 Meter Höhe und hat circa 2.300 Einwohner. Nach Messungen kam man auf einen jährlichen Niederschlag von 670 l/m² und die Durchschnittstemperatur liegt bei 17 Grad Celsius. Im Rathaus Plaza Consitucion kann man sich Broschüren und Touristeninformationen einholen und bei Schwierigkeiten findet man hier schnell einen Ansprechpartner.

Das malerische Dorf liegt mitten in der Region Axarqiua und zeichnet sich durch beeindruckende Straßen aus, die labyrinthartig angelegt sind. Das liegt wohl auch daran, dass das Dorf an einem der Berghänge der Sierra Tejeda liegt. Das Gebiet erstreckt sich fast bis an den Gipfel des Pico de la Maroma, der circa. 2.065 Meter hoch ist. Daher rührt auch der Name „Dach von Malaga“ her, den man Canillas de Aceituno gab. Herrliche Panoramablicke kann man genießen, das wird einem bei der Ankunft im Dorf sofort auffallen. Die spektakuläre Landschaft wird durch das Gebirge geprägt. Die Pinienwälder auf der Nordseite werden von Felsformationen unterbrochen, die Nahe dem Gipfel liegen. Der Süden von Canillas de Aceituno ist mit sanften Hügeln bedeckt, die typisch für Axarqiua sind. Hier werden überwiegend Wein und Oliven angebaut. Im Wechsel dazu kann man dort auch Obstplantagen und Gemüsegärten sehen. Der Kontrast zwischen dem Wein, den Trauben, und das helle Obst sind auf jeden Fall einen Ausflug oder langen Spaziergang wert. Die Stelle, an der Canillas de Aceituno liegt, war im Mittelalter sehr vom Vorteil. Es gibt dort reichlich Wasser und man konnte dort eine sehr gute Verteidigung aufbauen oder auch einen Unterschlupf errichten. Da diese Gegend damals ein Durchgangsort von der Küste in das Innere des Landes war, geht man davon aus, dass auch hier die Römer und die Phönizier in Canillas de Aceituno waren. Den Ursprung des Dorfes kann man aber bei den Mauren finden. Diese waren damals für die labyrinthähnlichen Straßen sehr bekannt gewesen. Leider finden sich sonst keine weiteren Dokumente über Jahreszahlen oder Ähnliches. Bekannt ist aber, dass Canillas de Aceituno zum Königreich von Granada gehörte. Auch bekannt ist ein Aufstand aus dem 16. Jahrhundert, bei dem es um eine Frau von einem Morisken ging, der Al Muezzin hieß. Er tötete acht Christen und nachdem dies bekannt wurde, wurde eine gewisse Anzahl an Morisken in das Gefängnis gesperrt, gefoltert und das Hab und Gut weg genommen. Im Anschluss wurden alle Morisken aus dem Dorf vertrieben.

Die Straßen von Canillas de Aceituno sollte man am besten nicht alleine und vor allem nicht ohne Plan oder bestimmte Richtung durchgehen. Sie sind sehr verwinkelt und der Tourist kann sich recht schnell und einfach verlaufen und irrt durch die Gassen. Der obere Ortsteil bildet im Ganzen eine wunderschöne Aussicht auf den Landkreis Axarqiua und man kann sogar in der Ferne das Mittelmeer entdecken. Die Virgendel Rosario Pfarrkirche ist ein Besuch wert sowie auch die Pfarrkirche San Leon Magno. Eine im oberen Teil gelegene Kirche unterzog sich ab dem 16. Jahrhundert mehrere Umbauten und hat nun, wie fast bei allen Kirchen in der Gegend, drei Schiffe im Inneren. Diese Kirche wurde auf einer alten Moschee erbaut. Sie entstand, wie zu dieser Zeit normal, im klassischen Mudejar-Stil. Die Schiffe im Inneren sind mit einer Länge von circa 40 Metern unterteilt und die Deckenkonstruktion wurde mit Holz überdacht. Zwei barocke Gebetskapellen aus dem 18. Jahrhundert befinden sich in der Nähe. Die Pietät ist eine Heiligenstatue der Virgen de la Cabeza und ein Ölgemälde. Auffallend sind der quadratische Grundriss und ein zweiter Körper in achteckiger Form. Damals fand die Kontrolle von Produktion und Verkauf in der gesamten Gegend von Seidenraupen und Blätter des Maulbergbaumes im „Casa de los Diezmos“, oder auch „Casa de la Reina genannt, statt. Ein zierlicher Turm befindet sich an dem im Mudejar-Stil erbauten Gebäude. Durch das reichlich vorhandene Wasser in und um Canillas de Aceituno existieren sehr viele Wasserspeicher.

Am letzten Sonntag im April findet der „Tag der Blutwurst“ statt. Alle Gäste werden eingeladen, dieses zu kosten. Dazu wird üblicherweise Brot dazu gegessen und Wein angereicht. Alle Erzeugnisse stammen aus der Gegend. Das Volksfest findet in der zweiten Augustwoche statt und die Statue der Virgen de la Cabeza wird in einer Prozession durch die Straßen getragen. In der Gastronomie findet man das Zicklein aus dem Holzofen als traditionelles Gericht wieder. Auch beliebt sind die kalte Knoblauch-Mandelsuppe und die gerösteten Brotkrumen. Ein Eintopf aus Fenchel und eine Tomatensuppe findet man auch auf der Speisekarte von Canillas de Aceituno. An Süßspeisen sind der Ölfladen und die Gebäckkringel, beigegeben mit dem einheimischen Süßwein, sehr beliebt.

 

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